7 nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten von Algen

7 nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten von Algen

Seit einigen Jahren werden die Vorteile von Algen für immer mehr Projekte genutzt. In diesem Artikel wird von folgenden nachhaltigen Möglichkeiten der Algennutzung berichtet: Lebensmittel, Flaschen, Wasserkugeln mit einer essbaren Wassermembran, Bioplastik, Hausdämmung, Energiegewinnung und Barfußschuhe – alles mit Algen.

1. Lebensmittel:
Meeresalgen sind ein natürlicher Lieferant von Ballaststoffen und Proteinen. Sie sind reich an natürlichem Jod, Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen. Die hochwertigen Ballaststoffe und das unverdauliche Natriumalginat der Meeresalgen helfen außerdem bei der Entgiftung unseres Körpers. Algen können sehr vielseitig eingesetzt werden. Ob in Pasta, Salaten, zusammen mit Gemüse, Pizza, Quiche oder mit Aufläufen – Algen können jedem Essen eine kleine Prise Meer und viele gesunde Nährstoffe hinzufügen. Damit bieten sie also einen hohen Mehrwert für die gesunde Ernährung.

Besonders geeignet für Vegetarier und Veganer:

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegane oder vegetarische Ernährung. Oft werden Zusatzpräparate nachgekauft, um sich mit wichtigen Vitaminen und Mineralien zu versorgen – vor allem B12 wird dringend benötigt. Beispiel: In der Nori Alge stecken viele wichtige Nährstoffe. Das Algengewächs punktet mit den Vitaminen B1, B2, Niacin, C und B12. Daneben bietet es Kalzium, Eisen, Folsäure, Phosphor, Magnesium und Aminosäure. Außerdem versorgt es den Körper mit den Spurenelementen Zink, Selen, Silizium, Mangan, Kupfer und Jod. Bei gemäßigtem Konsum sind die enthaltenen Jodmengen im Gegensatz zu anderen Algenarten vollkommen unbedenklich. Hier geht es zu Rezepten mit Algen, weiteren Artikeln über die Vorteile von Algen für die Gesundheit und zum Algen-Shop von Algamar
Die Nori-Alge könnt ihr auch hier kaufen:

2. Flaschen aus Algen:
Es können bis zu tausend Jahre vergehen, bis eine Plastikflasche auf natürliche Weise abgebaut wird. Von allen benutzten Flaschen wird nahezu die Hälfte nur einmal benutzt und danach weggeschmissen. Der isländische Designer Ari Jónsson wollte aufgrund dieser Verschwendung und Umweltverschmutzung eine neue Flasche entwickeln. 
„Ich fühle, dass es dringend notwendig ist, einen Weg zu finden, einen Teil der großen Mengen an Plastik zu ersetzen, die wir herstellen, nutzen und jeden Tag wegwerfen. Warum verwenden wir Materialien, die hunderte von Jahren brauchen, bis sie zersetzt sind, nur um aus ihnen zu trinken und sie dann wegzuwerfen?“, hinterfragt Jónsson. 
Nach einiger Zeit stand das Produkt fest: Die biologisch abbaubare Wasserflasche aus Algen. Er nutzt die Substanz Agar aus Algen und mischt diese mit Wasser. Heraus kommt eine Konsistenz, die Gelee ähnelt. Theoretisch wäre die Flasche sogar essbar, da Agar oft als Ersatz für Gelatine verwendet wird. Wenn die Flasche leer ist, verliert sie ihre Form und der Abbauprozess beginnt. Deswegen wird sich diese Erfindung wohl leider nicht durchsetzen. Dennoch ist es ein spannendes Projekt, das hoffentlich vielen Menschen einen Denkanstoß gibt. Hier geht es zum Artikel mit Bildern der Flasche: Diese Wasserflasche aus Algen zersetzt sich selbst und ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

3. Ooho Water - Wasserkugeln mit essbaren Membran aus Algen:
Größere Chancen sich durchzusetzen hat die Wasserkugel mit einer essbaren Wassermembran aus Algen. Rodrigo García González vom Londoner Skipping Rocks Lab könnte in Zukunft den Markt der Plastikflaschen und -becher revolutionieren. Vor allem bei Großveranstaltungen könnte Ooho Water eingesetzt werden, um Plastikmüll zu vermeiden - zum Beispiel bei Marathons. Hier geht es zum Artikel mit Bildern von der Wasserkugel: Ooho Water: Trinkwasser in einer essbaren Hülle (Video).

4. 100 Prozent biologisch abbaubares Bioplastik aus Algen:
Der Franzose Remy Luca entwickelte 100 Prozent biologisch abbaubares Bioplastik aus Algen. 2010 gründete er sein Start-up „Algopack“, patentierte daraufhin seine Erfindung und wurde mehrfach ausgezeichnet. Mittlerweile verkauft er sein Grundprodukt, das Plastikgranulat, auf der ganzen Welt. Die Herstellungsindustrie interessiert sich vor allem für die Bereiche Thermoformen, Extrusion und Spritzgussverfahren. Die Unternehmen stellen aus dem biologisch zertifizierten Algengranulat Kinderspielzeuge, aber auch Alltagsgegenstände wie Küchengeräte, Verpackungen, Frischhaltedosen und vieles mehr her. Wie das Bioplastik hergestellt wird ist unbekannt. Hier geht es zum Artikel: Bio-Plastik aus Algen – die geniale Erfindung von Remy Lucas.

5. Hausdämmung aus Algen:
Zwei deutsche Firmen haben die dämmende Wirkung von Algen entdeckt und nutzen deren Vorteile nun zum Hausbau. „Neptu“ und „Seegrashandel“ verkaufen die abgestorbenen Meerespflanzen als Dämmmaterial vor allem in Deutschland. Neben den guten Isoliereigenschaften hat Seegras eine bessere Ökobilanz als andere Materialien, weil es fast unverarbeitet genutzt wird. Außerdem ist es resistent gegen Ungeziefer und Schimmel. Hinzukommt, dass herkömmliches Dämmmaterial giftige Stoffe enthält, deutlich teurer in der Entsorgung und aufwendig in der Produktion ist. Zum Artikel: Neptu-Therm: Hausdämmung aus Seegras.

6. Energiegewinnung durch Algen:
Bereits 2011 flog ein Flugzeug von Houston nach Chicago mit 40 Prozent Algensprit. Zwei Jahre später wurde in Hamburg ein Algenhaus fertiggestellt. An der Fassade des Gebäudes sind durchsichtige Biomodule, in denen sich Mikroalgen vermehren und so Energie erzeugen. In der sogenannten Bioreaktorfassade werden Mikroalgen kultiviert, die unter Zugabe von Co2, flüssigen Nährstoffen und Sonneneinstrahlung Wärme und Biomasse produzieren. Die weltweit bekannte Algenfassade kombiniert Geothermie, Solarthermie und Fernwärme, wodurch ein regeneratives Enegiekonzept entsteht. Algensprit und Algenhäuser sind nur zwei Beispiele für die Energiegewinnung durch Algen.
„Das Potenzial des "grünen Goldes" ist enorm“, sagen Forscher.
Olaf Kruse, Leiter der Abteilung Algentechnologie und Bioenergie der Universität Bielefeld, findet es hervorragend mit den Algen eine Alternative zu den klimaschädlichen und endlichen Kohle- und Erdölreserven zu haben. Hier geht es zum Artikel: Mit Algensprit ans Ziel und zum Algenhaus.

7. Schuhe aus Algen:
Ein englisches Unternehmen hat Schuhe aus Algen auf den Markt gebracht. Das Londoner Unternehmen Vivobarefoot tat sich mit der Material-Firma Bloom aus Mississippi zusammen, die Biomasse aus Süßwasser-Seen und Teichen erntet. Aus der gewonnenen Biomasse stellt Bloom eine Art Schaum namens Ethylen-Vinylacetat (EVA) her, der von Vivobarefoot als Grundmaterial für den Sneaker namens Ultra III verwendet wird. Dieser Schuh hat damit eine enorm gute Umweltbilanz. Der Ultra III kann sowohl an Land, als auch im Wasser getragen werden, ist leicht und sehr flexibel. Hier geht es zum Artikel mit einem Bildern von dem Schuh: Diese Schuhe werden aus Algen hergestellt.
 
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