Norwegen: Erste psychiatrische Klinik ohne Psychopharmaka
Bild: CCO Lizenz/pixabay/truthseeker08

Neue Wege in der Medizin
Norwegen: Erste psychiatrische Klinik ohne Psychopharmaka

von
Ana Huber
Ana Huber
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Gute Nachrichten aus - Norwegen vom

Das norwegische Gesundheitsministerium hat in vier Gesundheitszentren eine Initiative gestartet, die psychisch kranke Menschen ohne Psychopharmaka behandelt. Das Konzept hat großen Erfolg.

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Norwegen ist in vielen Bereichen fortschrittlich. Die Politik im Land sorgt für eine gesündere Work-Life-Balance, ein moderneres und individuelleres Bildungssystem und auch in Sachen Umweltschutz sind die Norweger weit voraus. Zudem zählen die Norweger laut dem „World Happens Report“ und verschiedener anderer Studien zu den glücklichsten Menschen weltweit. Dazu reiht sich jetzt auch noch ein neues Konzept in der Behandlung psychisch erkrankter Menschen. In vier regionalen Gesundheitszentren im Land werden Patienten, die an psychischen Störungen leiden ganz ohne Medikamente therapiert. 

Es ist eine neue Art des Denkens, so die Leiterin der medikamentenfreien Station, Merete Astrup zu horizonworld. „Vorher, wenn Patienten Hilfe gesucht haben, war immer das, was das Krankenhaus wollte vordergründig, nicht das, was die Patienten wollten. Wir haben den Patienten gesagt, was das Beste für sie sei. Jetzt fragen wir sie: ‘Was wollen Sie wirklich?’ und die Patienten können selbst entscheiden und sagen ‘Ich bin frei; ich entscheide!’“

Ursache der Erkrankung finden

Das Ziel ist, dass die Patienten 100% frei von Psychopharmaka und anderen Medikamenten leben können. Die behandelnden Ärzte und Therapeuten wollen die Ursache der Erkrankung finden und diese behandeln. So sollen die Patienten die bestmögliche Chance auf Heilung erhalten. Die Therapie ist vielfältig. An erste Stelle steht der Dialog und das Miteinander. So haben die Patienten das Gefühl, dass sie selbst die Gestalter ihrer Behandlung sind. Das Wiedererlangen der Kontrolle über das eigene Leben ist unabdingbar, um wieder in das gesellschaftliche Leben integriert werden zu können. Aber auch künstlerische Betätigung und körperliche Aktivität sind dabei wichtige Säulen, um den Patienten einen strukturierten Alltag zu ermöglichen. 

Funktioniert das Modell bei allen psychischen Krankheiten?

Nein, wahrscheinlich nicht. Es gibt einige Patienten und Krankheitsbilder, die zumindest eine anfängliche Medikation unersetzlich machen. Nur dadurch wird es erst möglich, die Patienten mit Worten zu erreichen. Nicht nur für die Ärzte ist der Umgang mit den Patienten einfach - auch für die Familie und die Betroffenen selber kann das sehr belastend sein. Es ist auf jeden Fall ein interessanter Weg, bei dem wirklich der Patient im Mittelpunkt der Therapie steht.

Quelle: Mad in Americastoryteller

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