21 Gründe, das Alleinsein zu lieben - Buchrezension

21 Gründe, das Alleinsein zu lieben - Buchrezension

Franziska Muri`s Buch über das Alleinsein macht überhaupt nicht einsam. Im Gegenteil. Ich bin erstaunt, welche unentdeckten Welten sich öffnen können, wenn wir uns mit ihrem Buch auf die Reise machen. Es ist ein Plädoyer für die Zeit mit uns selbst. Aber auch die Schattenseite des Alleinseins, die Einsamkeit, wird beleuchtet. Mit den 21 Gründen es zu lieben, bekommt der Leser quasi die Juwelen in die Hand, die aus sehr viel Erfahrung und aus 5 Jahren Arbeit am Buch und mit dem Thema gesammelt wurden. Dieses Buch gilt es  zu entdecken und zu fühlen. Was den Wert ausmacht, versuche ich in meiner Rezension zusammenzufassen. Es ist viel, das kann ich schon sagen.
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Das Alleinsein genießt in der Gesellschaft ein Schattendasein und den Ruf ein vorüber gehender Zustand zu sein, jedoch keinesfalls eine Daseinsform. Franziska Muri hat für sich immer wieder entdeckt, wie bereichernd es ist, für sich allein zu sein. Sie schreibt dieses Buch somit auch für sich selbst. Es ist der Versuch, dem Alleinsein in der Gesellschaft ein Image Upgrade zu verpassen. Es geht darum, jene Menschen, denen es vom Naturell her gut damit geht, in ihrer eigenen Gesellschaft zu sein und die Stille zu genießen, aus der pathologischen Ecke zu holen. Dabei ist sie sehr humorvoll und bedient sich stellenweise einer Wortwahl und eigenen Wortschöpfung, die mich lächeln ließ. Die fünf Jahre, die dieses Werk im „Geburtskanal“ verbrachte, zeitweise verworfen wurde, um dann erneut den Weg in die Welt weiter voranzuschreiten, war ein Reifeprozess. Die knapp 300 Seiten sind voller Inhalt und Tiefgang. Trotzdem ist der Autorin dabei gelungen, eine lebendige, unterhaltsame und gut zu verdauende Formulierung zu bewahren, die den Leser wach hält und nicht langweilt. Sie macht Mut, mit dem Alleinsein umgehen zu lernen. Es ist am Anfang keineswegs leicht, das gibt sie zu. Aber sie zeigt auch auf, wie wir die Dinge von der anderen Seite aus betrachten können. Sie öffnet viele Türen, hindurchgehen muss aber jeder selbst.
 
Es gibt nur eine Chance: Dich an das heranzulieben, was jetzt gerade ist. Du bist allein, dass mag wehtun, eine Zeit lang. Es hat jedoch auch schöne Seiten, und diese gilt es zu entdecken. 

Der Unterschied ist oft klein, aber bedeutend. Wenn wir allein sind, müssen wir nicht auch  einsam sein. Wenn wir einsam sind, gibt es immer eine Differenz zwischen der wünschten und der erlebten Realität. Dann müssen wir tiefer schauen, auf unsere unerfüllten Bedürfnisse. Nicht immer ist das Ersehnte auch genau das, was uns gerade fehlt. Manchmal macht uns auch der Versuch der Anpassung einsam, weil wir das Alleinsein nicht lieben können. Wir haben Bilder im Kopf, wie wir sein sollten und haben Angst vor Ablehnung. Das macht uns unfrei.
 
Diese schwierigen Situationen können wir nur meistern, indem wir anfangen sie zu verstehen, lernen sie zu gestalten und ihr einen Sinn zu geben. Dann gelingt uns das Alleinsein.
 
Es ist ein Unterschied, ob wir
„von etwas frei sein wollen“    o d e r    „für etwas frei sein wollen“. 

Das eine Mal werden wir von hinten geschoben und beim anderen Mal von vorne gelockt. Bei dieser und ähnlichen Beschreibungen gehen dem Leser schon mal die „Lämpchen“ an.
 
In der heutigen Zeit kommt dieses Buch, wie ich finde, passend. Franziska Muri verweist zum Alleinsein auf das Zitat von Martin Hecht, der Zeiten des Allein-Seins wie folgt beschreibt:
 
 „Oasen in der Wüste der Dauerverbundenheit“
 
Somit gewinnt das Buch Bedeutung in der heutigen Zeit, wo es quasi kaum noch Grenzen gibt und Kommunikation und Erreichbarkeit nicht mehr aus dem Alltag weggedacht werden können. Wir sind gefordert flexibel zu sein, immerzu. Das Single-Dasein ist eine Reaktion und Folge dieser Entwicklung. Nur dürfen wir unsere Erdung nicht verlieren. Es ist wichtig uns zu fragen WOFÜR wir leben wollen? Eine Werteklarheit ist unerlässlich. 
 
Das Buch ist von einer Frau geschrieben und die Autorin schreibt es auch aus Sicht der Frauen. Die Frauen haben in der jüngsten Geschichte eine sehr starke Wandlung durchlebt und dieser Wandel hält noch an. Franziska Muri geht sehr genau auf diese Veränderungen ein. Dabei schafft sie es, auch Kritikern dieses gesellschaftlichen Wandels ein Verständnis dessen mit auf den Weg zu geben und den Mehrwert heraus zu stellen, den dieser Wandel bringen wird. Sie schreibt zwar ganz stark aus ihrer Sicht, schafft es aber dadurch vor allem für jene ein Fenster zu öffnen, die sich bislang in ihrer Haut als falsch erlebt haben. Introvertierte Menschen fühlen sich immer wieder ausgeschlossen und tun sich schwer nach ihren eigenen Bedürfnissen zu leben. Für diese Menschen bricht sie eine Lanze und nimmt ihnen die tief sitzenden Gefühle von Scharm und Schuldgefühl. 

Für Menschen, die in Familie leben und das Singledasein nur schwer nachvollziehen können, ist es zugegeben eine kleine Herausforderung. Dennoch bietet sich durch diese gut geschriebene und durchdachte Lektüre eine echte Chance, nämlich ein neues Verständnis der Hintergründe zu erlangen. 
 
Ich gehe soweit zu behaupten, dass dieses Buch so etwas wie eine „Friedensbrücke“ ist. Eine Friedensbrücke für Menschen zu sich selbst -  zu ihrem Herzen; aber auch für die Menschen zueinander. 

Zum Frieden braucht es ein wenig Öffnung und Interesse, aber es kann gelingen. Am Ende des Buches fällt unser Blick auf die allumfassende Verbundenheit, die nach uns ruft.
 
Ein bezauberndes Werk – bereichernd und inspirierend zugleich und sehr wertvoll.
 
 Absolute Leseempfehlung !!!
 
Leseprobe

Mehr von Franziska Muri hier

Franziska Muri in "Leichter Leben Astro TV" unten im Video ab Minute 28 !! 

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