Mehrweg-Pfandsystems für Coffee-to-go-Becher von RECUP – Interview

Mehrweg-Pfandsystems für Coffee-to-go-Becher von RECUP – Interview

Gute Nachrichten aus Rosenheim - Deutschland

Am 2. November 2016 startete ein Pilotprojekt des Mehrweg-Pfandsystems für Coffee-to-go-Becher von RECUP in Rosenheim. Seit dem hat es sich in München und auch anderen deutschen Städten weiter verbreitet. Das Mehrweg-Pfandsystem gibt es nun auch in Berlin. Wir haben mit RECUP über die Vorteile, den Start in Deutschlands Hauptstadt, die Ziele und den Entwicklungsbedarf gesprochen. 
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Wie genau funktioniert das Mehrweg-Pfandsystem für Coffee-to-go Becher?

Das Pfandsystem funktioniert so, dass man sich in seinem Café um die Ecke einen Kaffee im RECUP für 1€ Pfand holen kann und im nächsten wieder abgeben kann, in dem es den Pfand zurückgibt. Die Partner-Cafés übernehmen die Reinigung – So kann der Becher ca. 500 Mal wiederverwendet werden. Alle RECUP-Partner findet man in unserer App und kann sich ganz einfach hinführen lassen.

In wie vielen Städten seid ihr schon aktiv und wie viele Cafés beteiligen sich?

Wir sind in Rosenheim, München, Wasserburg und Berlin aktiv. In Städten wie Kassel, Erfurt und ein paar anderen haben sich auch schon Kaffeeanbieter angemeldet. Insgesamt sind wir aktuell bei über 200 Partnern. Es machen neben Cafés auch Bäckereien und Firmenkantinen mit, außerdem freuen wir uns, dass sich auch die ersten Großen, wie die Bäckereikette Ziegler in München, alle Basic-Supermärkte sowie Coffee Fellows in München und Berlin angeschlossen haben und somit viele Menschen mit dem Thema erreichen.

Wie kommt das Mehrweg-Pfandsystem in Berlin an?

Sehr gut! Die Berliner empfehlen uns viele Cafés über Facebook und schlagen uns vor, in welche Gegend wir noch kommen sollen. Vor dem Start waren wir schon auf der Ethical Fashionshow vertreten, da konnten die Berliner das Pfandsystem schon einmal testen. Außerdem wird viel auf Social Media geteilt und in Blogs über uns berichtet.

Was macht die Recup-Becher besser, als Pappbecher?


Pappbecher sind mit Kunststoff beschichtet, was das Recycling sehr aufwendig und teuer macht. Aus diesem Grund werden Pappbecher kaum recycelt und landen in der Müllverbrennungsanlage. Das bedeutet dass stündlich 320.000 Pappbecher nach einmaligem Gebrauch im Müll landen – und das allein in Deutschland. Das ist nicht nur ein enormer Verbrauch an Ressourcen, sondern auch eine erhebliche Umweltbelastung. RECUPs bestehen aus Polypropylen (PP), was für ein Pfandsystem aktuell die nachhaltigste Alternative ist, sie sind 100% recyclebar, BPA- und schadstofffrei, bruchsicher, lebensmittelecht, geschmacksneutral und hitzebeständig. Sollten sie nach ca. 500 Spülgängen unansehnlich werden oder zu viele Kratzer haben, werden sie aussortiert und direkt bei unserem Hersteller am Bodensee recycelt.

Gibt es noch Entwicklungsbedarf bei Recup?

Entwicklung ist immer gut. Wir haben in den letzten Monaten unsere Website und unsere App verbessert. Seit Mai ist unsere Partner-Plattform angeschlossen und optimiert, worüber sich Cafés ganz einfach anmelden, informieren und bestellen können. Nach der ersten Bestellung sind sie automatisch in unserer App (RECUP - return. reuse. recycle)  zu finden. Demnächst soll es einen Mehrwegdeckel geben, der auf die RECUPs passt, den sich Kaffeekunden dann dazu kaufen können. Ein Deckel im Pfandsystem wäre schön, ist aber aus hygienischen Gründen nicht möglich. Außerdem wird es irgendwann auch noch einen 0,2 l RECUP geben, mit der Planung sind wir aber noch ganz am Anfang.

Was sind eure Ziele und was möchtet ihr noch erreichen?

Als nächstes gehen wir die Städte Ludwigsburg, Oldenburg, Hamburg sowie Köln an. Wir sind überzeugt, dass ein Pfandsystem erst richtig sinnvoll ist, wenn es deutschlandweit ein flächendeckendes und keine Insellösungen gibt. Deswegen ist unser Ziel, dass man sich in Stuttgart am Bahnhof seinen Kaffee im RECUP mitnehmen und ihn in Hamburg wieder abgeben kann! Über allem steht aber natürlich die Vision, den Konsum von Pappbechern zu reduzieren und Coffee-to-go somit nachhaltiger zu gestalten.
 
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