Die Kunst des guten Umgangs mit uns selbst in Krisenzeiten
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Dies ist eine Ermutigung, gerade jetzt gut zu sich selbst zu sein.
Die Kunst des guten Umgangs mit uns selbst in Krisenzeiten

von I ilonabuergel@ilonabuergel.de
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Gute Nachrichten aus Dresden - Deutschland vom

Vieles können wir gerade noch weniger als sonst beeinflussen. Eines haben wir immer und überall in der Hand: Wie wir mit uns selbst umgehen. Egal, wo wir sind, wie alt wir sind, in welcher Situation wir uns befinden.

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Vor kurzem war ich beim MDR Radio als Expertin in einer Talkrunde zu Gast. Es ging um das Thema, wie wir in und nach der Krise miteinander umgehen. 

Mir war folgendes wichtig: Genauso gut, wie wir mit uns selbst umgehen, werden wir mit Anderen und jeder Situation umgehen. Das ist immer so. Bekommt jedoch im Augenblick noch größeres Gewicht.

Denn vieles können wir gerade noch weniger als sonst beeinflussen. Welche Entscheidungen die Regierung oder unser Arbeitgeber treffen, wie das Virus sich in Deutschland verhalten wird oder wie unsere Familien und Freunde mit dem sozialen Rückzug klar kommen.  

Dieses nicht wissen und nicht beeinflussen können führt schnell in ein Gefühl der Hilflosigkeit oder des Ausgeliefertseins. Dies ist nicht nur nicht angenehm, sondern löst negativen Stress aus und der wiederum lässt uns Probleme noch größer und intensiver wahrnehmen.

Eines haben wir immer und überall in der Hand. Wie wir mit uns selbst umgehen. Egal wo wir sind, wie alt wir sind, in welcher Situation wir uns befinden. Dafür müssen wir diese Option sehen und nutzen. Unsere (Denk)Gewohnheiten sind jedoch anders.    

Wir überschätzen die Wirkung von Situationen und Ereignissen auf unser Glück

Vieles, was wir tun, geschieht in der Erwartung, dass wir danach gücklicher oder zufriedener sind als vorher. Zum Beispiel:  Wenn ich mehr verdienen würde, ich weniger wiegen würde, ich kein Kopfweh mehr hätte, ich einen besseren Job hätte…, ja dann ginge es mir besser.

Glück, was von Bedingungen abhängt, wird nie nachhaltig erreicht. Weil die Skala der scheinbar noch zu erfüllenden Wünche nach oben offen ist. 

Und weil die Forschung  und unsere eigene Erfahrung  uns lehren, dass die Befriedigung nach dem Erreichen nur kurz anhält. Es wird davon ausgegangen, dass wir wenige Monte bis ein Jahr nach einem ersehnten Ereignis wieder so glücklich sind wie vorher. Dann starten wir in eine neue Runde von „wenn ich … dann wäre ich glücklicher als jetzt“. Dies ist der erste Irrtum. Der zweit ist dieser:

Wir überschätzen, was Andere für unser Glück tun können

Denn genauso wenig wie uns Dinge und Situationen langfristig glücklicher machen können, können dies auch Menschen nicht. 

Bestimmt kennst Du den Spruch „behandle andere so, wie Du behandelt werden möchtest“. Grundsätzlich ist dies ein sinnvoller Gedanke. Wenn es nur darum geht, andere gut zu behandeln. Schließlich wollen wir ja selbst auch gut behandelt werden.

Das Fatele an diesem Vohaben ist jedoch, dass wir unbewusst hoffen, dass das Viele und Gute, was wir für Andere tun, von diesen zu uns zurück kommt. Und dass wir es deshalb selbst nicht für uns zu tun brauchen.

Damit es kein Missverständnis gibt. Natürlich sind soziale Kontakte, unsere Freundschaften, Familien, Kollegen ein wichtiger Teil eines glücklichen Lebenskonzeptes. Sie geben, Halt, helfen gesund zu bleiben und Gutes zu tun bringt nachweislich Glück.

Mir geht es darum, dass wir andere tendenziell besser behandeln, als uns selbst. Wir schenken dem guten Umgang mit uns selbst zu wenig Beachtung. Wir streichen den Yogakurs weil wir meinen, länger im Büro bleiben zu müssen. Wir gehen, obwohl wir müde sind, sonntags mit Freunden wandern, statt uns auszuruhen. Wir essen, was uns nicht schmeckt, um die Kollegen zu deren Geburtstagsfeier zu erfreuen und manches mehr.

Unsere Mitmenschen nehmen  - unbewusst - genau wahr, wie wir leben, wie wir mit uns umgehen und welche Haltung wir zu uns haben. Sie nehmen dies nicht nur wahr, sie reagieren darauf in der gleichen Art. Was auf keinen Fall stattfindet ist, dass uns andere Menschen besser, aufmerksamer, hilfreicher, liebevoller, wertschätzender behandeln als wir selbst. Können sie nicht, denn wir leben etwas Anderes vor.

Heute ist unsere Chance, gut zu uns zu sein

Dass mancher gerade im Home Office oder ohne Arbeit auf sich allein gestellt ist heißt gleichzeitig, dass wir uns Zeit für uns nehmen können.

Am besten startest Du den Tag so:

Steh auf wie immer. Der Körper hat einen Rhythmus und liebt Regelmäßigkeit. Du kennst das vielleicht vom Montag. Wenn  wir sonntags länger geschlafen haben fällt es uns schwer, uns umzustellen.

Tu Dir etwas Gutes. Decke den Tisch zum Frühstücken schön, höre Deine Lieblingsmusik oder frühstücke etwas, was gute Laune bringt. Für mich ist das oft ein warmes Frühstück. Meine Seele liebt zum Beispiel warme Apfelscheiben mit Butter und Zimt oder Milchreis.

Überlege Dir, worauf Du Dich heute freust. Auf ein Telefonat mit einem lieben Menschen? Auf einen Spaziergang? Auf einen guten Tee? Es gibt so viele kleine Dinge, die uns gut tun, deren Regelmäßigkeit jedoch dazu führt, dass wir sie nicht mehr würdigen. Wenn Du Dir Inspiration für ein positiveres Denken wünschst, kannst Du mein kostenloses E-Book zum Trainig nutzen. Schon 10 Minuten am Tag reichen. Test Kurs Positiv Denken: Mehr Wohlbefinden, Glück und Lebensfreude 

Bestimme Smartphone freie Zeiten. Wir werden überschüttet mit Informationen von denen wir nicht wissen, welche Qualität sie haben. Jeder weiß etwas anderes. Ja, lustige Bilder machen auch gerade die Runde. Doch das ständige checken von Nachrichten macht unruhig und nervös. Ich entscheide mich täglich für einige Stunden ohne Technik und das sind meine besten Stunden des Tages. Wenn ich die Sorge, etwas zu verpassen, erst einmal überwunden habe.

Hol Dir Informationen, wenn Du Dir Sorgen machst. Bei mir gegenüber ist ein Lebensmittelmarkt. Als ich einkaufen gehen wollte sah ich, dass er geschlossen ist. Ich fand keine Information, warum und wie lange. Das hat mich geärgert, weil ich kein Auto habe und nun längere Wege auf mich zukamen. Ich hörte von dem einen Nachbarn dies, vom anderen das. Natürlich ging es sofort um die Ausbreitung des Virus. Statt mit zu spekulieren schrieb ich eine Mail, fragte in der Zentrale nach und weiß nun, dass ab morgen wieder geöffnet ist.

Häufig sind unsere Gedanken schlimmer als die Realität je sein wird. Beim Radio gab es ein Interview mit einer Mutter von drei Kindern. Alle waren gesund und gemeinsam zu Hause. Die Mutter machte sich Gedanken darüber wie es wäre, wenn eines der Kinder krank wäre, ins Krankenhaus käme und sie es nicht besuchen dürfte. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, ist minimal. Deshalb kostet es unnötig gute Energie, über negative Extremfälle zu spekulieren.

Gut mit sich umzugehen heißt besonders, auf die Farbe der eigenen Gedanken zu achten.

Denn so, wie wir denken, so fühlen wir uns.   

Apropos Farbe. Wie kleidest Du Dich? Natürlich sind die Jogginghosen bequemer als ein Business Look. Kleidung und deren Farbe beeinflusst uns ganz subtil. Wir bekommen Energie oder hängen ebenso herum wie ausgeleierte Knie an einer Hose. Wenn ich morgens merke, dass ich nicht so gut drauf bin, dann wähle ich meine Kleidung ganz besonders sorgfältig. Ich nutze Tücher oder Schmuck, um mich besser zu fühlen.

Gib Deinem Tag Struktur. Das kannst Du bestimmen egal ob Home Office, normale Arbeit oder keine. Strukturen und Rituale geben Halt und das Gefühl, etwas in der Hand zu haben. Ich trinke zum Beispiel immer nach dem Mittagessen einen Kaffee. Ganz bewusst. Mit Achtsamkeit schnuppere ich, wenn es zu duften beginnt. Kleine, langsame Schlucke runden den Genuss ab. Dies würde nicht so gut gelingen, wenn ich dabei am Computer sitze.

Denk daran, Frisches zu essen und Dich zu bewegen. Ich nutze neben meinen sonnigen Spaziergängen Yoga Videos auf YouTube. Die Auswahl ist groß und Du musst das Haus nicht verlassen. Du könntest Dich auch zu einer bestimmten Zeit mit einem Freund verabreden, der bei sich zu Hause das Gleiche tut.

Ruf mal wieder an. Es fallen so viele soziale Termine weg, dass wir für anderes Zeit haben. Hast Du nicht früher fotografiert und Postkarten davon verschickt? Andere Menschen sind ein großer Glücksfaktor. Das Gefühl, zusammen zu gehören oder gebraucht zu werden, Sinnvolles zu tun, gemeinsam zu lachen oder zu lernen, tut gut.

Einander innerlich nah zu sein gelingt auch mit räumlichem Abstand

Schau Dir Fotos Deiner Freunde an, stell sie auf oder spiele mit einem Talismann vom letzten Urlaub. Lies einen alten Liebesbrief. Oder noch besser: schreib einen. Das alles gibt gute Gefühle und ist durch uns machbar.

Den Tag beschließen kannst Du mit guten Gedanken. Tu etwas, wobei Du Dich erholst. Wenn Du tagsüber viel online bist, solltest Du das abends ändern. Ein Buch lesen, stricken, malen, gärtnern - weil das Gehirn Abwechslung braucht. Ich habe Hörbücher für mich entdeckt wenn meine Augen nach vielen Stunden am Comupter müde sind.  

Vielleicht schreibst Du sowieso schon ein Erfolgstagbuch oder hast Dankbakeitsrituale. Ich selbst habe eine Selbstliebemeditation, die ich abends als letztes höre. So schlafen wir besser und ruhiger und das wiederum führt dazu, dass wir uns besser erholen.  

Es gibt vieles, was normalerweise außerhalb unseres Einflusses liegt. Durch die aktuellen  Beschränkungen ist dies anders. Wir können mehr innerhalb unseres Radius bestimmen - weil er kleiner ist. So können wir jetzt üben, ganz besonders gut mit uns umzugehen. Dann hat diese Zeit auch eine besonders gute Seite. Wir sind in einem guten körperlichen und mentalen Zustand, um mit allem, worin wir gefordert sind und sein werden, gut umzugehen.    

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