The Work von Byron Katie - Zitat: Glaube nicht alles was du denkst.

The Work von Byron Katie - wie 4 Fragen mein Leben veränderten

The Work von Byron Katie ist eine Methode mit der man sich, mit Hilfe vier einfacher Fragen, von belastende Gedanken befreien kann. Für Sabine Bends ist The Work ein großer Befreiungsweg den sie bereits selbst gehen durfte. Im folgenden Gastbeitrag teilt der Coach für The Work (vtw) ihre eigenen Erfahrungen mit uns, erklärt wie The Work funktioniert, und zeigt wie es uns in Stresssituationen helfen kann.
Anzeige:

Warum mache ich The Work of Byron Katie?
  
Seit ich denken kann, hat es mich immer beschäftigt, was das eigentlich ist: „Ein Gedanke“.  Als Leseratte schon von Kindheit an war mir klar, dass ich mit meinen Gedanken so vieles erschaffen kann: Welten, die mich entrücken, faszinieren, erfreuen und beglücken wie ein spannendes Buch. Tagträume, Visionen, Vorstellungen von der Zukunft, was ich alles tun und sein würde, wie es wäre, wenn... 
Aber ich habe im Laufe meines Lebens auch gemerkt, dass ich Gedanken sehr destruktiv einsetzen kann – gegen mich selbst und andere gerichtet.
Ich wollte immer wissen, wie diese Gedanken eigentlich in meinem Kopf kommen und was ich mit ihnen machen kann. Bei vielen Meditationen lernte ich, meine Gedanken nicht festzuhalten, sondern weiterziehen zu lassen. Doch ich merkte auch, dass es Gedanken gab, die konnte ich ziehen lassen, soviel ich wollte – sie kamen dennoch immer wieder.
 
Ich lernte viel über das menschliche Denken, den Verstand und was Gedanken eigentlich sind. Mir wurde klar, dass Gedanken immer kommen und gehen werden.Und dass es zwei Arten von Gedanken gibt:
  • Solche, die mir und anderen gut tun,
  • und solche, die dies nicht tun.
Ich merkte, dass es mir hilft, wenn ich mich mit den „hereinfliegenden“ Gedanken nicht all zu sehr identifiziere. Weil es im Grunde nicht „meine“ Gedanken sind. Das wurde mir immer dann besonders bewusst, wenn ich einen bestimmten Gedanken in mich hineinließ. Sagen wir mal, es sei der Gedanke: „Ich schaffe das nicht.“  Wenn ich diesen Gedanken in mich hinein ließ, ihn zuließ und glaubte, kamen auf dem Fuße weitere Gedanken der gleichen Kategorie hinzu: 
  • Das habe ich früher schon nicht geschafft.
  • Andere können das, aber ich nicht.
  • Ich habe nicht die Fähigkeiten dazu.
  • Es passt nicht zu meinem Charakter.
  • Das ist nicht für mich vorgesehen.
  • Und so weiter... 
 Sobald ich so einen Gedanken hatte und fest hielt, häuften sich ähnlich Gedanken im Nu drum herum an. Es verwandelte sich von „vorbeischauenden Gedanken“ in „aktives Denken“.
Wenn ich mich also tiefer einließ auf einen dieser Gedankenbesucher, hatte ich ihn sozusagen am Hals. Und später auch noch seine Großfamilie. 
Und das konnte sehr, sehr stressig werden. Ich erinnere mich noch genau an das Jahr 2005 und den Jahreswechsel zu 2006. Ich war dem schlimmsten Gedankensturm aller Zeiten ausgesetzt. Ich fühlte mich von einer Autoritätsperson sehr, sehr ungerecht behandelt. Ich fühlte mich hilflos, machtlos und ausgeliefert. Ich war sauer und traurig. Meine Gedanken kreisten endlos um dieses Thema. Und irgendwann war ich es leid.
 
Ich ließ ein Stoßgebet zum Himmel los und bat um Hilfe. Diese kam prompt – mir fiel ein, dass ich irgendwann um den Jahrtausendwechsel mal in Köln bei einem Abend mit Byron Katie gewesen war und dort „The Work“ kennengelernt hatte. Doch ehrlich gesagt, hatte ich es damals nicht so richtig verstanden. Es kam mir damals sinnlos vor, mich damit weiter zu befassen. Die Unterlagen hatte ich allerdings nicht weggeworfen, sondern aufgehoben. Diese kramte ich 2005 wieder hervor, kaufte mir Bücher und Hörbücher von Katie und begann, ernsthaft The Work anzuwenden.

Wellen der Erleichterung durchfluteten mich. Ich war mein Thema, das mich so lange gequält und gefesselt hatte, innerhalb von kürzester Zeit los. Dies war ein so tiefgreifendes Aha-Erlebnis für mich, dass ich dran blieb. Ich workte und workte und workte. Mittlerweile bin ich Coach für The Work und liebe es, andere auf ihrem Weg zur Befreiung zu begleiten.
Es ist schon lange keine Methode mehr für mich, sondern ein Lebensstil.
Wenn ich früher nicht wusste, wie ich einen Gedanken denn eigentlich loslassen soll, wenn ich mich einmal in ihn verstrickt habe, so weiß ich jetzt, dass ich es gar nicht muss. Ich muss ihn nur mit dem Frageprozess von The Work hinterfragen. Und dann lässt der Gedanke MICH los. Er kommt einfach nicht mehr. Oder falls er doch noch einmal kommt, kann ich ihn nicht mehr glauben. 
 
Hinter diesem Frageprozess geht ein Raum auf, der eine unendliche Weite, Weichheit und Offenheit hat. Mit jeder „Work“, die ich selbst mache, baue ich ein Stück der Mauern ab, die mich einkerkern und begrenzen. The Work hat mir in intensiven Phasen körperlichen Schmerz genommen. Schmerz, von dem ich gar nicht wusste, woher er kam.

The Work hat in meinem Leben Beziehungen gerettet, seelische Verletzungen geheilt und mir immer wieder eins geschenkt: Frieden. Seelischen und geistigen Frieden.

Und wenn es mal wieder ganz intensiv ist und Felsbrocken wegrollen, dann spüre ich, wie hinter den wegrollenden Felsbrocken meiner stressigen Gedanken eine sprudelnde Quelle ist. Eine überfließende, niemals endende Quelle. Und die heißt: Liebe.
 
Es ist die Liebe, die wir alle sind. Es ist die Liebe, von der wir in jedem Moment umgeben sind. Es ist die Liebe, die wir nicht sehen können, weil unsere Gedanken den Weg verstopfen. Es ist die Liebe, die wir uns alle wünschen zu bekommen und zu geben. Ich durfte in intensiven Phasen mit The Work spüren, wie es ist, sich uneingeschränkt geliebt zu fühlen. Vom Wind. Von den Kleidern auf der Haut. Von jedem Menschen. Von der Musik. Vom Regen. Von der Sonne...
 
Ehrlich gesagt, enden da die Worte.
 
Im Laufe der Jahre ist mir bewusst geworden, wie tief Gefühle und Gedanken und Körperempfindungen zusammenhängen. Gedanken und Gefühle lösen einander aus. Und beides wiederum löst direkt sinnliche Körperwahrnehmungen aus. Sehr hilfreich waren für das Erkennen dieser Zusammenhänge dabei für mich Vipassana-Meditationsretreats. Dort konnte ich in der Stille sehr klar erkennen, wie jedem Gedanken ein Gefühl folgt und eine körperliche Reaktion. In diesem Zusammenhang liegt eins der Geheimnisse von The Work. Denn im Allgemeinen nehmen wir uns keine Zeit dafür, Gefühle wirklich zu fühlen, sie geistig und körperlich zu orten und wahrzunehmen. Und genau das geschieht bei The Work. Wir beginnen jede Work-Sitzung mit einem Befragungsprozess. Es sind einfache, sehr simple Fragen, die uns jedoch tief mit uns selbst in Kontakt bringen.
 
Man kann The Work eigentlich nicht „theoretisch“ machen, man kann es nur selbst konkret anwenden und so erfahren. Dennoch möchte ich Ihnen so einen Frageprozess einmal beispielhaft vorstellen. Am besten lesen Sie ihn, indem Sie sich wirklich intensiv gefühlsmäßig mit in die Situation hineinversetzen. So, dass Sie es nachfühlen können. Ansonsten bleibt es eine Kopfsache und wird nicht viel Sinn machen.


Wie funktioniert The Work - Ein Beispiel

Ich bitte Sie also, bevor Sie weiterlesen, sich intensiv vorzustellen, dass Sie mit Ihrem Auto unterwegs sind. Sie stehen auf der Autobahn und haben es eilig. Sie erwarten, dass alles glatt läuft, weil diese Strecke meist frei ist. Es ist Ihnen wirklich wichtig, pünktlich an Ihr Ziel zu kommen. Und plötzlich stehen Sie völlig unerwartet in einem Stau. Und der zieht sich... Vielleicht erinnern Sie sich sogar an eine solche Situation in Ihrer kürzeren Vergangenheit. Dann versetzen Sie sich einfach gedanklich zurück, während Sie weiterlesen.
 
Dies ist also meine Stresssituation: Ich stehe im Stau und ärgere mich. Als erstes isoliere ich jetzt einen einzigen Gedanken, den ich so denken könnte in diesem Moment. In diesem Fall lautet der Gedanke “Der Stau soll sich auflösen!” Ich sage ihn mir nochmals gedanklich vor. “Der Stau soll sich auflösen.” Nun stelle ich mir die
 

1. Frage: “Ist das wirklich wahr?”

Ist es wahr, dass sich der Stau auflösen sollte? Ich horche in mich. Ja! Ich habe keine Zeit, ich muss weiter. Ja, verdammt! Die Antwort kommt aus meinem Bauch, ich lasse sie einfach aufsteigen. Ich hetze mich nicht, ich horche in mich hinein. Doch ich weiß, es gibt keine “falsche” oder “richtige” Antwort. Wichtig ist nur, dass ich mir Zeit gebe, die Antwort zu fühlen und dabei ehrlich bin. Im Anschluss stelle ich mir die

 
2. Frage: “Kann ich 100%ig sicher sein, dass das wirklich wahr ist bzw. so sein sollte?”

Ups! Kann ich ganz, ganz sicher sein, dass der Stau sich auflösen sollte? Ich hätte es gern, ja. Aber wirklich sicher bin ich mir nicht, dass das so sein sollte. Nö. Also, ich meine, ich bin ja nicht Gott. Ich hab ja nicht den totalen Überblick. Was weiß ich, wie es sein sollte – keine Ahnung. Nein, eindeutig nein. Ich lasse mir Zeit, das Nein zu fühlen. Atme einen Moment durch. In mir beruhigt sich etwas. Eine giftige Schlange rollt sich zusammen und kuschelt sich in ihr Nest. Es wird Zeit für die

 
3. Frage: “Wie reagiere ich, wie geht es mir, wenn ich diesen Gedanken denke (Der Stau sollte sich auflösen)?”

Wie es mir dabei geht?? Ach, besch–eiden. Ich mache mich innerlich total fertig, versuche, die Kontrolle über etwas zu bekommen, das ich doch nie kontrollieren kann und verliere dabei alles, was ich habe. Mich selbst, meine Ruhe, mein Glück, meinen Frieden. Es fühlt sich chaotisch an, ich werde nervös und spüre das auch im Magen. Ich kann nichts anderes mehr denken, ich bin voller Widerstand und Lustlosigkeit. Ich spüre einen Moment nach, was es mit mir macht, wenn ich diesen Gedanken festhalte, dass der Stau sich auflösen sollte und es in der Realität natürlich nicht tut. Okay, ich kann sie stellen, die

 
4. Frage: “Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?”

Ach, ohne dieses nervtötende Gezetere in meinem Kopf ginge es mir besser. Ich würde wahrscheinlich eine CD hören, ein Lied singen oder einfach nur die Bäume anschauen und dösen. Ich könnte mir Gedanken über einen Artikel machen, den ich schreibe oder es einfach nur genießen, einmal gar nichts tun zu müssen. Ich spüre, wie ich unwillkürlich tief einatme und gaaaaanz lange ausatme. Meine Schultern sinken ein Stück herab. In mir wird es weich und sanft. Es fühlt sich erleichternd an. Ich bin reif für den letzten Schritt, die

 
Umkehrungen meines ursprünglichen Gedankens.

Der Ursprungssatz lautet: “Der Stau soll sich auflösen.”
Ich kehre den Satz in sein Gegenteil um: “Der Stau soll sich nicht auflösen.” Und dann frage ich mich, warum dieser Satz möglicherweise genauso wahr oder wahrer sein könnte wie der ursprüngliche. Ich suche nach ehrlichen Antworten, die aus mir selbst kommen. Naja, vielleicht sollte sich der Stau wirklich nicht auflösen, aus einem Grund, der mir verborgen bleibt. Wie gesagt, ich bin ja nicht Gott und allwissend. Eigentlich weiß ich noch nicht einmal, ob es für mich besser wäre, wenn der Stau weg wäre. Was weiß ich schon von den Zeitplänen des Universums? Vielleicht soll er sich nicht auflösen, damit wir hier nicht in unser Verderben fahren. Was weiß ich schon?
 
Dann kehre ich den Satz auf mich selbst um: “Der Stau in mir sollte sich auflösen.” Ich frage mich ernsthaft und ruhig, was für einen Stau es in mir geben könnte, der sich auflösen darf. Ich muss lachen! Ja, klar. Mein Gedankenstau. Da oben in meinem Kopf ist die Hölle los. Alle Gedanken seit dem Staugedanken stauen sich dort und drehen sich im Kreis. “Der Stau soll weg. Ich komm zu spät. Dann ist die Frau x schon weg. Und ich bekomm y nicht mehr. Das geht nicht. Der Stau muss sich auflösen.” und so weiter und so fort. Nicht ein kreativer Gedanke seit 15 Minuten. Nur Stress. Ja, mein Gedankenstau sollte sich auflösen! Das macht für mich so viel mehr Sinn als der Ursprungssatz. Und es gilt nicht nur für die aktuelle Situation, sondern auch für eine andere Angelegenheit, die mir gerade einfällt. Da habe ich mich auch irgendwie „festgefahren“. In dem Moment, wo mir das klar wird, merke ich bereits, wie sich diese Festgefahrenheit lockert. Das fühlt sich richtig gut an. Wie eine kleine Offenbarung!
 
Ich fühle mich großartig. Draußen hupt jemand. Die Sonne scheint. Eine Frau schreit über drei Autos hinweg etwas zu einem Busfahrer. Der Busfahrer tippt sich an die Stirn. Ich lache. Meine CD ist schön. Ich rufe jetzt Frau x an. In dem Moment klingelt es. Frau x ist dran, ihr Kind ist krank, sie kann nicht kommen, ob wir den Termin verschieben können. Ich lache. Der Mann neben mir im Auto guckt grimmig. Ich fühle mich großartig.
 
Sabine Bends
 
 
5.0 (1)
Bewertung schreiben

Nur positive Nachrichten im Postfach gefällig?

Anzeige:

 
5.0 (1)
Bewertung schreiben

Benutzerkommentare

1 Bewertungen

Gesamteindruck 
 
5.0
Hast Du bereits ein Benutzerkonto? Hier
Bewertung (je höher desto besser)
Gesamteindruck
Meine Website
Kommentare
Gesamteindruck 
 
5.0
War dieser Kommentar hilfreich für Sie? 
Newsletter abonnieren und nur positive Nachrichten erhalten.