Gnadenhof in Kanada - Wie zwei deutsche Auswanderer hunderte Tiere und Menschen retten

Gnadenhof in Kanada - Wie zwei deutsche Auswanderer hunderte Tiere und Menschen retten

Ein Platz wo die Natur noch Natur sein darf

Ein Platz wo Wildtiere in Frieden leben können und dürfen. Diesen Traum hatten die zwei deutschen Auswanderer Brigitte und ihr Mann Al vor mehr als 20 Jahren. Sie packten ihre Koffer und starteten ihre Reise in ein Land das für seine unberührte Natur und seine Weite bekannt ist - KANADA. Wie sie dort nicht nur Tiere sondern auch Menschen retten, zeigt die beeindruckende Geschichte des Gandenhofs Heaven's Gate.
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Ein Leben wie Familie Robinson
Al und Brigitte Bohmer, miteinander in zweiter Ehe verheiratet, lebten gemeinsam am beschaulichen Schliersee in Bayern. Brigitte wuchs bereits in ihrer Kindheit mit Pferden und Tieren auf und träumte damals bereits von einem Leben wie Familie Robinson aus dem gleichnamigen Film. Al zog es vor der Ehe mit Brigitte auch schon immer nach Kanada für verschiedene Urlaube. Nach ihrer Heirat verbrachten sie aus diesen Gründen ihre Urlaube in der kanadischen Provinz Quebec, wo sie sich nach einiger Zeit eine kleine Blockhütte an einem See kauften. Über viele Jahre hinweg baute sich der Wunsch auf für immer an diesem Ort zu leben.

Die Hilfe kam nicht überall gut an
1994 war es dann soweit und das Projekt Auswandern konnte starten. Schon nach kurzer Zeit zogen die beiden einzelnen Waschbären auf, die ihre Mutter verloren hatten. In Kanada, wo Waschbären heute noch in großen Teilen als Plage angesehen werden, kam dies nicht überall gut an. Die beiden ließen sich aber nicht beirren und konnten mit viel Aufklärungsarbeit zumindest teilweise für ein Umdenken der Bevölkerung sorgen. Auf ihrer damaligen Webseite www.sos-raccoon.com gab Brigitte Menschen auf der ganzen Welt Tipps, wie man Waschbärbabies am besten aufzieht. Heute kommen auch viele Tierärzte auf sie zu um Rat zu fragen.
"Viele Jahre zogen wir unzaehlige Waschbaeren und Murmeltierbabys auf. Wir waren sehr gluecklich auf unserm Land in Quebec. Leider wurden im Laufe der Zeit viele Wälder abgeholzt um Grundstuecke verkaufen zu koennen. Auf unserem See  wurden Motorboote erlaubt und alles aenderte sich. Es war nicht mehr moeglich unsere Tiere ohne Angst auszuwildern. Der Mensch zerstoerte wieder einmal einen Zufluchtsort der Wildtiere.",
erzählt die Tierschützerin.

Der lange Weg bis zu den Rocky Mountains
Aus diesem Grund entschlossen sich Al und Brigitte eine neues Grundstück für sich und ihre Tiere zu suchen. So kauften sie sich ein Wohnmobil um Kanada zu erkunden. "Wir lieben Kanada, kannten aber nicht sehr viel, weil wir ja jedes Jahr viele Tierkinder aufzogen. Wir packten zwei Waschbaeren und unsere Hunde ins Wohnmobil und los ging es.", so Brigitte. Sie kamen schließlich nach Alberta und sahen die herrlichen Berge und wussten, dass ihre Suche nun ein Ende hat. "Zwei Jahre waren wir auf der Suche nach einem geeignetem Grundstück. Es musste weit weg von Rancher und Farmer sein, einen kleinen Fluss haben, viele Bäme und natürlich am Fusse der Rocky Mountains liegen. Viele Angebote kamen, leider war nie das richtige dabei. Entweder es war zu teuer oder inmitten der Farmer. Nach einem Jahr Suche verzweifelten wir schon. All meine Gebte wurden nicht erhört. Glaube versetzt Berge und so glaubten wir an unserem Traum und versuchten unser Haus zu verkaufen. Endlich im zweiten Jahr kam ein Angebot." so Brigitte. Leider gestaltete sich der Umzug nicht so einfach wie die beiden dachten. Ihr Grundstück in Quebec musste verkauft werden und der Umzug über 4000 Kilometer gestaltete sich als Kraftakt.

Nach dieser langen Zeit waren die beiden nun überglücklich und begannen mit der Planung. Schließlich war das Grundstück bis dato unbebaut.  Doch auch diese Herausforderung meisterten die beiden und im Mai 2008 erwachte Heaven’s Gate - Ein Gnadenhof fuer alle Tiere. Bis 2011 bauten die beiden ununterbrochen mit vielen Helfern aus aller Welt einen Ort auf der heute nicht nur Tieren ein zu Hause schenkt.
Tiere bekommen eine zweite Chance
Mittlerweile stehen auf Heaven's Gate neben dem kleinen Haupthaus von Al und Brigitte kleine Blockhütten für die vielen Helfer und zwei für Urlauber. Für die vielen Tiere wurden Stallungen und eigens für das Pferdetraining ein sogenannter Round Pen gebaut. Neben den bekannten Waschbären leben auf Heaven's Gate über 15 Pferde, Lamas, Eseln, Schweine, Ziegen, Hunde, Katzen, Enten und seit diesem Jahr auch ein kleiner Fuchs namens Pete. Die Ranch hat sich auch bei den kanadischen Tierschutzbehörden einen Namen gemacht. Viele Tiere werden von ihnen direkt zu Al und Brigitte gebracht, weil kein anderer mit dem Aufpeppeln von Waschbär und Co. zurecht kommt. 

Besonders Pferde haben es Brigitte angetan. Und ihre Strategie ist genial. Sie bekommt Pferde die zum Schlachten bestimmt waren, oder über viele Jahre misshandelt wurden. Mit viel Einfühlungsvermögen trainiert sie diese vom Menschen aufgegeben Pferde und schafft es, dass diese Tiere ihr Vertrauen in den Menschen wieder finden. Ziel ist es, die Pferde wieder an tierliebe Besitzer zu vermitteln und sie somit wieder Platz für weitere Tiere hat.

Alleine wäre die ganze Arbeit sicherlich nicht möglich. So sagt Brigitte: "Jedes Jahr beherbergen wir viele Helfer, sie kommen von der ganzen Welt. Sie arbeiten  für Essen und Unterkunft, meist sind es wunderbare Menschen, ohne sie wäre es sehr schwer für meinen Mann und mich.". Auf der Website von Heaven's Gate kann man sich bewerben um ein Teil von Heaven's Gate zu werden. Noch nach vielen Jahren haben Al und Brigitte Kontakt mit zahlreichen Volunteere, wie die Helfer genannt werden. Es finden sich viele Berichte von begeisterten Menschen die einige Zeit auf Heaven's Gate verbracht haben im Internet. 

Über Hilfe sind beide sehr dankbar
Diese Publicity braucht Heaven's Gate, denn zu einem großen Teil finanziert sich diese Farm von freiwilligen Spenden und Tier-Patenschaften. Ohne das Internet wäre dies heute gar nicht möglich, sagt Brigitte, die viel Zeit für ihre Facebook und Webseite investiert. "Die Menschen wollen sehen wie es ihren Patentieren geht". Im Juli 2015 hatte die Facebook Seite der Farm bereits 1169 Fans. Leider ist die Spendenbereitschaft von den meisten sehr gering. Dennoch gibt es viele Unterstützer die von ihrem wenig verfügbaren Einkommen immer wieder etwas abgeben. Dafür sind Al und Brigitte sehr dankbar.

 Seit einiger Zeit kann man auch seinen Urlaub auf Heaven's Gate verbringen und so den Gnadenhof finanziell unterstützen. Die zwei kleinen Urlauber-Blockhütten sind bewusst sehr spärlich ausgestattet. So schreibt Brigitte auf ihrer Webseite:"Wieder Kind zu sein und die Geheimnisse der Natur zu erkunden Dem Burnout im Urlaub vorbeugen!".  Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass acht Tage Leben in der Wildnis ausreichen um wieder Kraft zu tanken. Und genau das erleben Al und Brigitte immer wieder auf ihrer Ranch. Die Menschen verändern sich und werden ruhiger und vor allem glücklich. Man braucht wohl nicht viel Luxus um dies erleben zu können. Eine Reise nach Heaven's Gate ist deshalb sehr zu empfehlen und kann auf http://heavensgateanimalrescue.com/ gebucht werden. Die Hütten können jeweils mit zwei Personen belegt werden. Brigitte und Al verlangen dafür pro Tag nur umgerechnet einen Ballen Heu für Ihre Tiere.

Nach nun über 20 Jahren können Al und Brigitte stolz auf ihre geleistete Arbeit zurückblicken und freuen sich jeden Tag beim Frühstück auf ihre glücklichen Tiere blicken zu können. Die beiden leben ihren Traum von Freiheit für sich, die vielen Tiere und auch den zahlreichen Menschen die auf ihrem Land ihr Glück gefunden haben.

Weitere Inforamtionen: Website von Brigitte | Facebook
Diese positive Nachricht kommt aus Kanada. Weitere gute Nachrichten aus dem Bereich "Tierrettung" findet Ihr hier.

Fotos

Brigitte trainiert Pferde
Pete der Fuchs, das neue Mitglied
Heavens Gate Gnadenhof Kanada Rocky Mountains
 
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Da würde ich gerne mal Urlaub machen. Das werde ich heute gleich mit meinem Mann besprechen. Grüße Giggi

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Beeindruckende Arbeit. Schön, dass es solche Menschen gibt.

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